Die aktuellen Veranstaltungen im Februar 2012

Montag, 6. Februar 2012 um 19 Uhr


Jahreseröffnung der

VCH-Akademie 2012


Claus Biegert: „Strahlende Sprache“ –

Die Begriffe und die Atomkraft


Der Kulturjournalist Claus Biegert hat vor rund zehn Jahren
das „World Uranium Hearing“ einberufen, bei dem mehrere
hundert Ureinwohner aus allen Erdteilen berichteten, wie die
Atomindustrie in ihrer Heimat den Tod vieler Menschen verursacht,
weil dort strahlendes Material abgebaut, deponiert oder
zur Explosion gebracht wird. Sprachkritik ist Passion der VCH
Akademie: Die Hiroshima-Bombe nannte man verniedlichend
„Little Boy“, die für Nagasaki „Fat Man“ – kleiner Junge und dicker
Mann, es folgten „Climax“, „Hornet“ und „Mike“. Harmlos
erscheinende Begriffe kaschieren bis heute die zerstörerische
Kraft und die Folgen der Kernspaltung. Claus Biegert geht den
zynisch anmutenden Namensgebungen auf den Grund.

Der Eintritt ist frei, wir bitten herzlichst um eine
Spende zur Unterstützung der Akademie.
Ort: Baseler Hof Säle, Esplanade 15, 20354 Hamburg

Freitag, 10. Februar 2012 um 20 Uhr, Vortrag


„Neid und seine Wirkungen“


Gönnen und Neiden in gegenwärtigen

gesellschaftlichen Diskursen.


Referentin: Bettina Kommoss (Theologin, Heidelberg)
Eintritt: 10 Euro
Ort: VCH Hotel Spenerhaus, Dominikanergasse 5,
60311 Frankfurt am Main

Samstag, 11. Februar 2012, 10 bis 17 Uhr, Frankfurt


Von neidischen und gütigen Blicken:

Bewältigungsstrategien von Neiden

im Gleichnis (Matthäus 20, 1-16)



Neid ist ein starkes Gefühl. Der „Stachel des Neides“ trifft
unwillkürlich, packt und ergreift von uns Besitz. Wer ihn gar
nicht zu spüren meint, sollte sich womöglich mehr Sorgen
machen als die neidgetrieben aufbrausend Argwöhnischen,
die mit scheelem Blick auf Hab und Gut ihres Nächsten äugen.

Entscheidend für Neiden ist das Phänomen des Sich-Vergleichens
mit anderen: Der neidische Blick. Neiden wächst nicht
mit der Größe des Abstands zwischen Neider und Beneidetem.
Je gleicher, desto neidischer. Alle Utopien von Gleichheit haben
insofern ein starkes Neidpotential in sich. Das Seminar wird
diese Dynamik ansehen, das Gleichnis, ein letztes Rätsel unserer
Sprache heranziehen und nach Wegen aus der Neidspirale
und kreative Handlungsspielräume suchen.

Leitung: Bettina Kommoss (Theologin, Heidelberg)
Kosten: 45 Euro, beide Veranstaltungen zusammen: 50 Euro
Ort: VCH Hotel Spenerhaus, Dominikanergasse 5,
60311 Frankfurt am Main

Sonntag 12. Februar 2012 um 18 Uhr


Afghanistan: Einfach weggehen?

Oder wozu sind wir verpflichtet?


Das internationale Engagement in der Sackgasse?


Die öffentliche Debatte um das deutsche Afghanistan-
Engagement ringt auch um ethische Leitlinien: Wenn Krieg
nicht sein soll und Gewalt überwunden werden muss, wie
kann militärische Gewalt im Dienst des Friedens eingesetzt
werden? In Afghanistan versucht die Staatengemeinschaft seit
2001 den politisch-ökonomischen Wiederaufbau, der zugleich
militärisch abgesichert ist. Stehen politischer Aufbau und
militärische Absicherung in einem angemessenen Verhältnis?
Ernüchterung herrscht angesichts des Versuchs, einen demokratischen
Rechtsstaat in Afghanistan auf den Weg zu bringen,
der sich auf fundamentale Menschenrechte verpflichtet. Wenn
wir dies nicht erreichen, wie sehen ethisch vertretbare Minimalstandards
aus? Welches Maß an defizitärem Rechtszustand
ist gerade noch akzeptabel, ohne einem Zynismus das Wort zu
reden? Kirchliche Verlautbarungen pochen auf die Einheit der
Menschheit und der Völkerfamilie. Aber: Wie weit reicht die
Solidarität? Und wozu sind wir gegenüber der afghanischen
Bevölkerung verpflichtet?

Vortrag und Gespräch: Prof. Dr. Heinz-Gerhard Justenhoven.
Er ist Direktor des Instituts für Theologie und Frieden und
Vorstand der Katholischen Friedensstiftung. Eine Veranstaltung
in Kooperation mit der Katholischen Friedensstiftung (Hamburg)
Kosten: 15 Euro
Ort: Baseler Hof Säle, Esplanade 15,20354 Hamburg

Montag 27.Februar 2012 um 20 Uhr,


Seminarreihe „Lebenswerte“:

„Wandern“


Das Wandern ist nicht nur Lust, sondern als Migration heute
mehr denn je auch Last. Gleichwohl erfreut es sich fröhlicher
Wiederauflage. Leben sei Wanderschaft, haben die Mönche einst
gesagt: „Vita est pregrinatio“. Sie hatten immerhin ein transzendentes
Ziel, das ewige Leben. So gehörte zur Lebenswanderschaft
in metaphysischen Zeiten immer das transzendente Ziel. Man
hatte es deswegen nicht so eilig in diesem Leben, musste auch
nicht alles „hier“ erledigen, sondern hatte eine „ewige Zeit“ zu
gegenwärtigen. Zu den Bestsellern vor einigen Jahren hat der
Roman des deutschen Unterhaltungskünstlers Hape Kerkeling
gehört. Eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg gilt als eine besondere
Chance zur „Selbstentdeckung“.

Referent: Wolfgang Teichert mit Überraschungsgast
Eintritt: 15 Euro, inkl. Snack und Wein
Ort: Baseler Hof Säle, Esplanade 15, 20354 Hamburg


Tageslosung für 20.05.12
Psalm 50,23, Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.